Mittwoch, 9. August 2017

REBECCA - Tecklenburg - 03.08.2017 / 04.08.2017

 - Sie ergibt sich nicht!-
(c) Freilichtspiele Tecklenburg
Mit diesen Worten möchte ich den Beitrag zu "REBECCA" starten. Anfang August war es soweit und ich reiste zum ersten Mal nach Tecklenburg zur größten Freilichtbühne Deutschlands. Tecklenburg ist ein kleiner, beschaulicher Ort, der im Sommer hauptsächlich von den "Musical-Touristen" lebt. Und dieses Jahr wurde dort die Geschichte rund um das "Geheimnis von Manderley" gespielt. Nach der Dernière 2013 in Stuttgart wurde das Stück nun erstmals wieder in Deutschland aufgeführt.
Mit einer grandiosen Cast verzaubert das Stück das komplette Publikum.
(c) Freilichtspiele Tecklenburg
Es sind ein paar bekannte Namen dabei, welche auch schon in Stuttgart bei der Produktion mitwirkten.Beginnen wir jedoch mit Milicia Jovanovic als "ICH". Sie verkörpert die "scheue, graue Maus", die als Gesellschafterin arbeitet, hervorragend. Stimmlich gefällt sie mir total gut und auch schauspielerisch passt jede Mimik und jeder Audruck von ihr perfekt. Auch ihre Wandlung zur starken und selbstbewussten Frau stellt Milicia authentisch dar und kann damit voll überzeugen. Jan Ammann, der schon in Stuttgart als "Maxim de Winter" zu sehen war, stellt den reichen Mann dessen Frau "Rebecca" gestorben ist, sehr überzeugend dar. Mit Witz und Charme, aber auch mit vielen Emotionen kann er die Zuschauer in seinen Bann ziehen. Er spielt viel intensiver als in Stuttgart ,meiner Meinung nach, und trifft somit den Kern seiner Rolle noch mehr.
v.l. Jan Ammann, Milicia Jovanovic, Pia Douwes (c) bei mir
Die "Königin des Musicals", Pia Douwes schlüpft nochmals in die Rolle der bösen Haushälterin "Mrs.Danvers". Als solche kann sie die neue Frau von "Mr.de Winter" nicht ausstehen und vergöttert noch den Geist der verstorbenen "Rebecca". Als ihr klar wird, dass "Rebecca" sie zu Lebzeiten hintergangen hat, verliert sie den Verstand. Pia verkörpert diese Rolle perfekt. Alles passt zusammen: Der Gesang, das Schauspiel, die Gestik und Mimik. Für mich absolut überzeugend. Bei ihren Liedern lebt man innerlich mit und bekommt Gänsehaut, da sie die Emotionen transportieren kann wie wenige Darsteller dies können. Ihre Blicke lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sie geht in dieser Rolle auf und schwebt über die Bühne wie eine Königin.
PIA (c) bei mir
In der Rolle des "Jack Favell", dem Cousin von "Rebecca", sah man Robert Meyer, der für den erkrankten Dominik Hees eingesprungen ist. Auch er spielt sehr überzeugend und kann mit seiner klaren und kräftigen Stimme punkten.
Die reiche Amerikanerin, "Mrs.van Hopper", die Arbeitgeberin der "ICH", wird von Anne Welte dargestellt. Besser hätte man die Rolle nicht besetzen können. Absolut grandios wie diese Frau singt und schauspielert. Bei ihr gab es wohl die meisten "Lacher" und das Publikum war mehr als begeistert.
Thomas Hohler steht in dieser Produktion als "Frank Crawley", der Verwalter von Manderely, auf der Bühne. Die Rolle ist zwar nicht sehr groß, aber Thomas hat mich total überzeugt und sein Gesang war genial.
Als "Beatrice" ist Roberta Valentini zu sehen! Sie stellt die Schwester von "Maxim de Winter" authentisch und sehr sympatisch dar. Gesanglich ist sie absolut top, ebenfalls schauspielerisch.

v.l. Thomas Hohler, Roberta Valentini , Mathias Mefert (c) bei mir
Ein letzter Charakter, auf welchen ich noch etwas näher eingehen möchte ist "Ben". Er wird in Tecklenburg von Christian Fröhlich viel "dramatischer" dargestellt als die Rolle in Stuttgart dargestellt wurde. In der Freilichtproduktion wird er als geistig und körperlich behinderter Mann, der sich Tag und Nacht am Bootshaus von "Rebecca" herumtreibt, verkörpert. Ich finde diese Art passt besser zu dem Stück und kommt so authentischer rüber.
Auch die anderen Darsteller in den Rollen des "Giles", "Frith", "Robert", "Oberst Julian", "Clarice" und "Richter Horridge" sind absolut fantastisch. Alle haben wirklich höchsten Respekt verdient sowie das komlette Ensemble und die Statisten. Am Ende stehen ca. 60 Personen auf der Bühne was das Stück überwältigend wirken lässt.

gesamte Cast (c) bei mir
Die Songs sind überwiegend die gleichen geblieben, hier und da wurde textlich ein kleines bisschen verändert oder Lieder an einer anderen Stelle gespielt.
Von der Inszenierung her gibt es schon Unterschiede zu der Theaterproduktion in Stuttgart. Beispielsweise werden die "Schatten" real dargestellt, indem einige Darsteller während des Stückes komplett schwarz angezogen und verhüllt sind. Auch die sonst unsichbare "Rebecca" taucht im Stück auf. Und auch der große Showdown ist nicht mehr wie in Stuttgart. Da es natürlich eine Open Air Produktion ist, sind die Möglichkeiten mit dem Bühnenbild nicht mehr so gegeben, dennoch wurde es fantastisch umgesetzt. Auch die Atmosphäre draußen hat ihren Charme und lässt viele Szenen realer wirken.

Ich war absolut begeistert und finde es beeindruckend, wie dieses Stück in Tecklenburg umgesetzt wurde. Jeder Cent war dieses Stück wert und ich kann nur empfehlen es sich anzugucken!! Bis zum 09.09.2017 wird es noch aufgeführt. Im nächsten Jahr geht es dann genauso dramatisch weiter, nämlich mit "Lés Misérables". Dies wurde von der Freilichtbühne schon bekannt gegeben!



Alles Liebe, eure Julia :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen